Leben auf Sicht

#3 Trigger - mit Karin Klinger-Vogel

Episode Summary

Ein erfolgreicher, selbstständiger Handwerker Mitte 30 sucht Hilfe, weil er in Alltagssituationen immer wieder „ausrastet“ und sich danach schämt. Die psychosoziale Beraterin Karin Klinger‑Vogel arbeitet mit ihm heraus, dass hinter der Wut ein tiefes Gefühl von Wertlosigkeit steckt und dass sein zentraler Wert innere Ruhe ist. Mit Hilfe des St. Galler Coaching Modells (Wert-Ziel-Problem) findet er zu respektvoller, ruhiger Kommunikation und erlebt bereits nach der ersten Sitzung mehr Freiheit und Ruhe in seinem Leben.

Episode Notes

Die Folge erzählt die Geschichte eines selbstständigen Handwerkers Mitte 30, der beruflich erfolgreich und privat glücklich ist, aber immer wieder „ausrastet“ und sich dafür schämt. Die psychosoziale Beraterin Karin Klinger‑Vogel beschreibt, wie sie als Coach zunächst klärt, was „Ausrasten“ konkret bedeutet, ob es um verbale oder körperliche Gewalt geht und welche Situationen dahinterstehen. Im Gespräch zeigt sich, dass hinter der Wut Themen wie Herkunftsfamilie, akademischer Druck, Preisgestaltung als Selbstständiger und Vergleiche mit den Geschwistern stehen. Sie arbeitet mit dem kybernetischen Dreieck aus dem St. Galler Coaching Modell, in dem Wert (Ruhe), Ziel („Ich spreche respektvoll und ruhig“) und Problem („Ich bin wertlos“) klar benannt werden.  Klinger-Vogel betont, dass Wut häufig mit Scham und Schuld verknüpft ist, dass Trigger sehr persönliche Auslöser mit biografischem Hintergrund sind und dass wiederkehrende Muster erst veränderbar werden, wenn man sie erkennt.  Ein wichtiger Teil der Arbeit ist, das gewünschte Stattdessen zu formulieren, den Preis eines Zieles ehrlich anzuschauen und zu prüfen, ob jemand bereit ist, diesen Preis zu bezahlen. Im Verlauf des Prozesses verbessert sich die innere Skala des Klienten deutlich: Ruhe steigt von minus 10 auf plus 6, das erlebte Problem geht auf 0 zurück, und das Ziel rückt gefühlt von 0 auf 9, was sich für ihn wie Freiheit und Ruhe anfühlt. Konkret kann er seine Preise halten, klarer mit seinen Eltern sprechen, sich besser abgrenzen und in „dummen“ Wortmeldungen eher das Thema der anderen als einen Angriff auf seinen eigenen Wert erkennen. Am Ende lädt Klinger-Vogel dazu ein, bewusste Pausen zu machen, Gefühle ernst zu nehmen und psychosoziale Beratung prophylaktisch zu nutzen, bevor Belastungen eskalieren.

Homepage:

https://www.coaching-mit-wirkung.at/

Buchempfehlungen:

Lippmann, Eric (2013):

Coaching

Springer Verlag

Belardi, Nando (2020):

Supervision und Coaching

Lambertus Verlag Freiburg

 

Kaluza, Gerd (2015):

Stressbewältigung

Springer Verlag