In dieser Folge von "Leben auf Sicht - Psychosoziale Beratung als Navi für Hirn & Herz" begleitet Moderatorin Barbara Kaufmann gemeinsam mit der psychosozialen Beraterin Claudia Marte eine Frau Anfang 40, die sich nach 22 Jahren Partnerschaft in Freundschaft getrennt hat und ihren inneren Kompass neu finden möchte. Dabei geht es um Burnout-Erfahrungen, mentale Selbstführung, Komfort- und Angstzone sowie den Mut, eigene Bedürfnisse wieder an erste Stelle zu stellen. Am Ende steht eine Klientin, die beruflich wie privat mutige Schritte gesetzt, ihr Leben bewusster und dankbarer gestaltet und ihre „beste Version“ wiederentdeckt hat.
Die Folge erzählt die Geschichte einer Frau, die nach einer bewussten, fairen Trennung von ihrem Mann und mit einem 20-jährigen Sohn erstmals wieder ihr eigenes Leben spürt und dennoch von Schuldgefühlen, Unsicherheit und der Frage „War das schon alles?“ geplagt ist.
Bei Moderatorin Barbara Kaufmann schildert die psychosoziale Beraterin Claudia Marte ihren Weg von einer Führungsposition im Möbelgroßhandel über ein Burnout in jungen Jahren hin zur psychosozialen Beraterin mit Fokus auf mentale Arbeit und dem Leitmotiv „ermächtigen statt beraten“.
Sie erklärt, wie sie Klientinnen in einem wertfreien, geschützten Raum mit gezielten Fragen durch vier zentrale Lebensbereiche führt: persönliches Befinden, berufliches Umfeld, Beziehungen (beginnend bei der Beziehung zu sich selbst) und Bewusstsein bzw. Sinnfindung.
Anhand des Fallbeispiels zeigt sie, wie Veränderungsprozesse meist durch Komfortzone, Angstzone und schließlich Wachstumszone führen und wie wichtig Mut, Begleitung und ein „Sicherheitsnetz“ (z.B. App-Service zwischen Terminen) in dieser Angstzone sind.
Claudia Marte legt dar, dass mentale Selbstführung aus Denken, Fühlen und Handeln besteht, dass wir 70.000–90.000 meist wiederholte Gedanken pro Tag haben und Veränderung nur über neue Bilder, Imagination und konsequentes Training („Homeplay“) möglich ist.
Sie betont, dass die Beziehung zu sich selbst die Basis aller anderen Beziehungen ist, dass viele Frauen ihre eigenen Bedürfnisse zugunsten von Familie und Partner verdrängen und dass es weder egoistisch noch unsozial ist, die eigenen Bedürfnisse an erste Stelle zu setzen.
Die Klientin nimmt in der Beratung ein neues Jobangebot an, entdeckt ihre Bedürfnisse und Werte neu, überwindet Schuldgefühle, bleibt in gutem Kontakt mit Ex-Partner und Sohn und beschreibt ihr Leben heute als freier, bewusster, dankbarer und voller Freude am Ausprobieren.
Als zentrale Impulse nennt Claudia Marte unter anderem Viktor Frankls Gedanken „zwischen Reiz und Raum liegt unsere Macht“, die Leitfrage „Was freut mich als nächstes?“ sowie den Aufruf: „Komm dir selbst auf die Spur und lebe deine beste Version.“